08.09.2010 20:58 Uhr

Magic Tokens - neues Spiel für den Sinclair ZX Spectrum

ZX Spectrum

640 kB Arbeitsspeicher sein genug für jedermann, meinte Bill Gates 1981. Allerdings: Auch im Jahre 2010 gibt es noch eine Gruppe von enthausiastischen Programmierern, für die 48 kB genug sein müssen. Mehr steckt nämlich nicht drin im Sinclair ZX Spectrum. Auf einem solchen “Speccy”, wie das Computermodell liebevoll von seinen Fans genannt wird, machte auch ich (sogar noch vor dem Fall der Mauer!) meine ersten Kontakte mit der Welt der Bits und Bytes.

Umso wärmer wird es mir ums Herz, wenn ich den wunderbaren Puzzler “Magic Tokens” des aus Moskau stammenden Programmierers Shiru auf meinem Spectrum-Emulator spiele. Gut, das Spielprinzip ist zwar im wesentlichen bei Bejeweled abgekupfert. Einige Modifikationen hier und da sorgen aber dafür, das Magic Tokens soviel eigenen Charakter besitzt, dass es falsch wäre von einem Clone zu sprechen.

Titelbildschirm Magic Tokens

Wie bei Bejeweled geht es darum, farbige Steine die auf einem quadratischen Spielfeld verteilt sind, so anzuordnen, dass jeweils 3 oder mehr Steine eine wage- bzw. senkrechte Linie bilden. Dies hat zur Folge, das diese Steine sich auflösen und von oben neue, mit zufällig ausgewählten Farben herabregnen, die die Lücken ausfüllen. Erlaubt sind dabei aber nur Züge, bei denen man benachbarte Steine austauscht und die zu einer steinauflösenden Kombination führen. Die richtige Kombination aus Strategie und Glück führt zu wie von selbst ablaufenden Kettenreaktionen. Richtig hektisch wird es bei Magic Tokens nun aber dadurch, das am rechten Bildrand konstant eine Uhr rückwärts abläuft, die einem die verbleibende Zeitspanne anzeigt, in der man sogenannte “Gems” vom Spielbrett entfernenen muss. Diese Steine unterscheiden sich von den normalen Steinen durch ein Funkeln in der Mitte. Auch sind sie nicht von Anfang an auf dem Spielfeld. Schafft man es nicht die gewünschte Anzahl der “Gems” einzusammeln, bevor der Timer abgelaufen ist (die letzen 20 Sekunden werden durch ein nerviges Ticken noch stressiger gemacht), verliert man ein Leben und muss den Level nocheinmal versuchen. Insgesamt hat man 10 Leben und genausoviele Level gibt es auch. Mit jedem Level steigt der Schwierigkeit etwas an, sei es durch eine höhere Anzahl von “Gems” die es zu entfernen gilt, mehr Farben (Anfangs nur 4, ab Level 6 sind es 6), oder eine knappere Zeitvorgabe. In den höheren Leveln kann man aber durch geschicktes Einleiten von Kettenreaktionen Bonussteine herabregnen lassen, die, sofern man sie dann vom Brett entfernt kriegt, einem ein paar Sekunden zum Luftholen gutschreiben. Nachdem man eine Weile Magic Tokens gespielt hat, wird einem Bejeweled im Vergleich nur noch lahm und langweilig erscheinen.

In-Game Screen

Jedem, der ein Faible für hektische Puzzelein am Computer hat, kann ich nur wärmstens empfehlen diese Perle mal auf einem Spectrum-Emulator auszuprobieren. Die Soundeffekte, die Grafik und das Gameplay sind (nicht nur) für Spectrum-Verhältnisse vom feinsten. Die Liebe zum Detail die in Magic Tokens steckt ist beeindruckend und man kann sich nur ehrfürchtig vor dem Programmierer Shiru verneigen, dass er dies in 48kB Arbeitsspeicher auf einem 3,5 MHz Prozessor flüssig zu laufen bekommen hat.

Gameplay-Video

Thread im World of Spectrum Forum (m. Download):

http://www.worldofspectrum.org/forums/showthread.php?t=30753

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